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Achtung: Staupegefahr für Hunde! Toter Fuchs bei Flörsheim gefunden

In den Medien wurde heute bekanntgegeben, dass in Flörsheim ein toter Fuchs gefunden wurde, der nachweislich an Staupe erkrankt war.
Das Amt für Veterinärswesen empfiehlt daher allen Hundehaltern dringend, ihre Vierbeiner gegen Staupe zu impfen bzw. den Impfschutz überprüfen zu lassen.

 

Warum ist Staupe so gefährlich?

Staupe (canine distemper) ist die gefährlichste Hundekrankheit. Sie wird über das Paramyxovirus (RNA-Virus) übertragen und ist hochansteckend.
Die Sterblichkeitsrate ist äußerst hoch. Die Tiere entwickeln sehr hohes Fieber im ersten Stadium der Krankheit. Anschließend sinkt das Fieber, das Virus befällt dann jedoch die Organe. Besonders gefährlich ist das Virus durch seine Fähigkeit, das Immunsystem selbst herabzusetzen (Immunsuppression). Selbst wenn ein ungeimpfter Hund überleben sollte, sind noch nach Jahren Folgeerscheinungen des Virus möglich.

Nasenausfluss bei einem an Staupe erkranktem Hund

Nasenausfluss bei einem an Staupe erkranktem Hund

Ist der Impfschutz in einer Population zu gering, kann es trotz eines bestimmten Prozentsatzes geimpfter Hunde zu Epidemien kommen. So gab es beispielsweise 1994-1995 in Finnland eine Staupe-Epidemie, die letztlich durch Impfung eingedämmt werden konnte.

Die Infektion kann auch beim Spaziergang mit dem eigenen Hund erfolgen, wenn beispielsweise erkrankte Wildtiere (wie Füchse) Speichel, Kot und Urin in Wald und Feld hinterlassen und der Hund beim Schnüffeln in Kontakt damit gerät.

Infizieren kann sich jeder erwachsene und gesunde Hund, doch besonders gefährdet sind Junghunde im Alter von 3-6 Monaten, ungeimpfte Tiere und jene mit einem geschwächten Immunsystem.

 

An welchen Symptomen erkennt man eine Staupe-Infektion?

Beim erkrankten Hund zeigt sich eine Ansteckung zunächst über Fieber (40 Grad Celsius), Appetitlosigkeit, Erbrechen, Durchfall, sowie blutig-serösen Augen- und Nasenausfluss.
Je nach Form der Staupe kommt es später zu weiteren, schwerwiegenden Symptomen. Bei der „nervösen“ Form der Staupe zeigen sich Krämpfe, Bewusstseinstörungen und eine Steigerung aggressiven Verhaltens.
Bei der Hautform der Staupe lassen sich an Schenkelinnenseite und Ohrinnenfläche Bläschen und Pusteln feststellen.

 

Wie erkenne ich, ob mein Hund gegen Staupe geimpft ist?

Die Impfung gegen Staupe gehört zu den Pflichtimpfungen bei jedem Hund und erfolgt üblicherweise beim Welpen in der 15. oder 16. Lebenswoche.
Wir impfen in der Tierarztpraxis Kleen in der Regel jährlich gegen Staupe, da Füchse häufiger Staupe aufweisen können und eine Gefährdungslage für den Hund gegeben ist, wie jetzt zu sehen ist.

Ob Ihr Hund über einen ausreichenden Impfschutz gegen Staupe verfügt, sehen Sie im Impfpass des Hundes. Der Staupe-Impfstoff trägt den Buchstaben „S“, wobei die Impfung nicht länger als 1 Jahr her sein sollte.
Zwar wird vom Veterinärsamt bzw. den Herstellern teilweise von einer Dreijahres-Impfung gesprochen, allerdings ist diese Angabe „bis zu 3 Jahre“ trügerisch. Bei geschwächten Tieren kann der Impfschutz bei einer nur alle 3 Jahre erfolgenden Impfung nicht mehr ausreichen bei einer akuten Gefährdung. Zudem ist in besonders gefährdeten Gebieten, insbesondere im ländlichen Bereich eine einjährige Impfung ausdrücklich sinnvoll.

Wenn Sie Fragen haben oder unsicher sind, was Ihren Hund betrifft, dann rufen Sie uns bitte an oder kommen gerne sofort mit Ihrem Hund in unsere Praxis innerhalb der Sprechstundenzeiten.

 

Links zum Thema

Wiesbadener Tagblatt zum aktuellen Fall

Wikipedia-Artikel zur Staupe

Artikel im Tiermedizinportal zur Staupe